Weltenrettung ohne Sinn und Verstand. Oder: Am deutschen Wesen …
Deutsche Politik ist mit schöner Regelmäßigkeit ein Fall für die Psychotherapie. Wenn die hiesigen Führer nicht gerade versuchen, die Welt zu beherrschen, wollen sie sie zumindest retten. Koste es, was es wolle und meist ohne Verstand. Nein, ich denke jetzt nicht an eine Kugel Eis und die Energiewende und auch nicht an Wärmepumpen im stromlosen Winter. Ich denke an Schnee und das, was mit ihm passiert, wenn er im Weg liegt und irgendwann taut. Was das mit den Untiefen deutscher 360-Grad-Politik zu tun hat?
Ja, allem Klimaschwindel und allen bezahlten falschen Potsdamer Propheten zum Trotz gibt es ihn noch, den Winter. Allen Berufsgünen, Wokisten und Schafen, die jetzt meine Seite verlassen, wünsche ich noch einen guten Tag und möge der liebe Gott für Euch irgendwann nochmal Hirn vom Himmel werfen.
Zurück zum Winter: Dass es diesen noch gibt, durfte Deutschland um den Jahreswechsel 2025/26 zumindest im Ansatz erleben. Prompt stellte sich das erwartbare Chaos ein, die staatlichen und Hauptstrommedien schalteten flugs (Ich liebe dieses Wort) von Klimakatastrophe auf Schneewalze, die Deutsche Bahn kapitulierte und Deutschland ging in den Kältelockdown. Letzteres vor allem in den leichtgläubigen Regionen.
Um es kurz zu machen: Es wurde frostig und es lag Schnee. Während letzterer auf dem Rodelhang und der Skipiste durchaus wohlgelitten ist, macht er ansonsten vor allem eines: Im Weg liegen. Also weg damit. Zu diesem Zweck gibt es Hilfsmittel, die sich z.T über Jahrhunderte hinweg bewährt haben: Schaufeln, Schneeschieber, Schneepflüge, Schneefräsen u.v.m. „Weg damit” bedeutet, dass der Schnee vom Ort A, an dem er stört, zu einem Ort B, an welchem er nicht oder weniger stört, befördert wird und im Idealfall dort auch liegen bleibt. Tut er das nicht, war entweder Wind (Schneeverwehung) oder Schwerkraft (Lawine) im Spiel oder beides. Ich erkläre das so ausführlich, weil hier ja auch Städter, Jungvolk und andere wissensbeeinträchtigte Personen mitlesen.
Als alter weißer Mann kenne ich aus eigenem Erleben noch eine Verfahrensweise, die den Schnee besonders wirksam entfernt: Man packt ihn auf einen Kipper und schüttet das weiße Zeugs in einen nahen Fluss, See oder – wie im oben dargestellten Foto – in die Kieler Förde. Letzteres kommt für mich nicht in Frage, da ich keine Lust auf die Fahrerei von Sachsen bis nach Kiel habe. Aber ein nahes Flüsschen wie die Parthe wäre so ein Schneebeseitigungsgewässer, dass ich durchaus nutzen könnte. In Leipzig kämen Elster und Pleiße sowie allerlei Kanäle in Frage.
Früher (Ja, Oppa erzählt wieder vom Kriech) wurde das auch so gemacht; z.B. als im Winter 1969/70 mal eben bis zu 40 cm Schnee beinahe auf einen Schlag fielen. Damals wurde geschaufelt und gebaggert und der Schnee aus den Straßen geholt und per Kipper (die nannten wir damals „Dumper”) von Brücken aus ins Wasser geschüttet.
Und heute? Der Schnee von der Straße hat Badeverbot, denn er ist ja durch Tausalz und Fahrzeugverkehr belastet. Er muss warten, bis ihm Temperaturen über dem Gefrierpunkt auf die Sprünge helfen. Dann darf er Pfützen und Rinnsale bilden und dem Rinnstein folgend in den Straßeneinlauf (aka Gully) plätschern. Da fällt mir ein: Kennt noch jemand die einst gebräuchliche Aufforderung „Schnittgerinne freihalten!”?
Zurück zum Schnee, der ja nun de jure belastetes Schmelzwasser ist. Findet letzteres keinen Gully, fließt es irgendwo hin, versickert auf einem Feld oder fließt in ein Gewässer. Findet es einen ans Trennsystem angeschlossenen Gully, geht das Schmelzwasser letzten Endes denselben Weg. Erfolg die Abwasserentsorgung über ein Mischsystem, landet das Schmelzwasser in der Kläranlage; zumindest im theoretischen Idealfall. Bei Tauwetter passiert meist das selbe wie bei Starkregen: Es kommt zu viel Wasser auf einmal an, sodass die Kläranlage überlaufen würde. Sind vorgeschaltete Speicher am Limit, geht die „Brühe” direkt in den Vorfluter, also ins Gewässer und wieder einmal hat die Weltrettung nicht geklappt, denn zusätzlich zum Regen- oder Schmelzwasser landet nun auch fäkalienbelastetes Abwasser (verdünnt) im Bach.
Fassen wir zusammen: Der „belastete Schnee” würde dem nahen Gewässer schaden, deshalb darf er nicht hineingeschüttet werden. Statt dessen muss er auf wärmeres Wetter warten, dann darf er – im schlimmsten Fall gemeinsam mit dem Sonntagsbraten „nach Darmpassage” – in eben dieses Gewässer. Willkommen im besten Deutschland aller Zeiten. -ad
PS: In meinem Dorf ist das doppelt ärgerlich, denn bei der Erschließung in den 1990er Jahren wurde hier in weiten Teilen ein Trennsystem verlegt, was einerseits toll ist, andererseits aber auch die Kosten für baureife Grundstücke und deren innere Erschließung nach oben trieb. Dieses Trennsystem hat sich nur so mittelgut bewährt, denn in der hochmodernen Klärananlage kam zu wenig Abwasser an. Überraschung: Der tägliche pro-Kopf-Verbrauch an Trinkwasser ist im deutschlandweiten Mittel seit 1990 von 147 l auf 122 l gesunken (Zum Vergleich: In der DDR waren es regional unterschiedlich 160 bis 200. Was tun, wenn zu wenig durchs Rohr fließt? Man baut eine Mischkammer und füllt mit Regen- und Schmelzwasser auf.